Strahlen brechen viele aus einem Licht.
Liebe Leserinnen und Leser,
auf dem Weg zum Reformationsjubiläum im Jahr 2017 hat sich unsere Kirche etwas Besonderes ausgedacht.
Jedes Jahr erhält bis dahin ein eigenes Thema. Unsere Gemeinden sind eingeladen, in ihrem Kirchenjahr und mit ihren eigenen Veranstaltungen diesem
Thema – immer ein Grundthema unseres Glaubens – Raum zu geben. Vielleicht erinnern Sie sich an das letzte Thema noch gut: Taufe.
Wir haben es in Ittlingen und Richen dazu genutzt, wieder einen Tauferinnerungsgottesdienst zu feiern. Das werden wir auch in diesem Jahr tun.
Im letzten Sommer hing dann eine ganze lange Kette von Tauf-Tropfen in unseren Kirchen. In diesem Jahr können wir dieses Bild aufnehmen.
Das Titelbild unseres Gemeindebriefes hat mich darauf gebracht: Die Tauf-Tropfen habengewissermaßen „Hälse“ bekommen
und sind zu Noten geworden. Und wie die Tauf-Tropfen mit ihren unterschiedlichen Namen zu einer gemeinsamen Kette geworden sind, vereinigen
sich die unterschiedlichen kleinen Noten zu einem großen Klang. Die Note wird zum Bild unserer Gemeinden, zusammengesetzt aus vielen
einzelnen Stimmen und Stimmungen, die gemeinsam einen großen Klang, den Klang unseres Glaubens, hervorbringen.
Ganz passend zum Thema in diesem Jahr: Das Jahr der Kirchenmusik. „Sollt ich meinem Gott nich singen …?“ – Was für eine Frage! Egal,
ob wir uns für gute oder weniger gute Sängerinnen und Sänger halten. Auf diese Frage kann unser Glaube nur mit einem einstimmigen „Ja!“ antworten.
Mag sein, dass wir manchmal nur ein Klagelied auf den Lippen haben und die Passionszeit kennt auch unsere traurigen Melodien.
Doch wer sein Lied, in welcher Stimmung auch immer und wie musikalisch auch immer vor Gott bringt, weiß, wer tonangebend in seinem Leben ist.
Gottes Wort, gesprochen oder gesungen, gelesen oder gehört, will in unserem Leben den Ton angeben. Christinnen und Christen tönen unterschiedlich
und Gott hat ein großes und vor allem barmherziges Ohr. Mag sein, dass es gelegentlich auch mal einen Missklang gibt, wenn wir unser Glaubenslied
anstimmen, aber wenn alle ihre Stimmen einbringen, dann wird ein guter, ein großer Ton daraus, der mit dem Kirchenlied weitersingt:
„Sollt ich ihm nicht dankbar sein?“ – Diese Überstimme des Gotteslobes will nicht nur im Jahr der Kirchenmusik fröhlich klingen.
Meine knapp dreijährige Nichte hat neulich zum ersten Mal in eine Blockflöte geblasen: ziemlich schief, aber vor allem ziemlich laut.
Ihr Kommentar dazu: „Jetzt habe ich aber einen großen Ton gemacht!“ Wenn es um unseren Glauben geht, dann gilt in ganz positivem Sinne:
Lasst uns in diesem Jahr einmal große Töne spucken! Die Vorbereitung auf die Visitation im nächsten Jahr, das Duett unserer beiden Gemeinden, die
Einsätze bei unseren vielen Veranstaltungen, die Tonart, in der unser Bezirksfest gestimmt sein will, die Klangfarbe unserer Gottesdienste, aber
auch die zu jedem Musikstück gehörenden Pausen lassen schon etwas anklingen von dem, was die tonangebende Antwort auf die gesungene
Frage: „Sollt ich meinem Gott nicht singen?“ sein wird. Ich freue mich auf unsere Vielstimmigkeit und grüße Sie als eine der kleinen
Stichnoten, die mit Ihnen zusammen klingen will.
Ihre Pfarrerin
Dr. Doris Hiller

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